F A M I L I E  G L E I C H M A N N

E N G L I S H

I N D O N E S I A N


...ist ein Roman in deutscher Sprache
 


© LanaK - Fotolia.com
 

"Familie Gleichmann" ist gespickt mit lustigen Menschen, Situationskomik,
Wortakrobatik und intelligentem Humor

Ein Buch für alle, die gerne lachen

(Umfang Taschenbuch: 172 Seiten)

Erhältlich bei Amazon.de

ISBN: 978-1479306961
Erhältlich als Taschenbuch und ebook für Kindle


 
Leseprobe:
 

Angienette tat völlig unbeteiligt und konzentrierte sich darauf, das nun fein säuberlich gepellte Ei mit
einer Gabel in Scheiben zu zerteilen.
"Mama?"

"Ja bitte, mein Schatz?"

"Oma hat gesagt, bei ihr kommt die Sahne nicht aus einer Dose, so wie bei uns.
Wo kommt denn bei Oma die Sahne raus?"

"Ja Schatz, das möchte ich aber auch mal wissen", sagte Papa und schaute Mama strahlend an.

"Okay, okay", sagte Mama, schüttelte den Kopf, wischte sich imaginären Schweiß von der Stirn und
sagte dann: "Aus der Kuh."

Angienette hatte ihr Ei mittlerweile gepellt, halbiert und drückte die Gabel nun erneut in das Ei, um auch
die eine Hälfte noch einmal zu halbieren. Gerade als die Mama "Kuh" sagte, drückte Angienette zu un
das hart gekochte Eigelb schoss in hohem Bogen aus dem Eiweiß heraus direkt auf Papas Honigbrötchen.

Angienette besah sich eingehend das nun leere Eiweiß, dann sah sie erst ihren Papa an, dann ihre Mama.
Dann begann sie schallend zu lachen. "Aber Mama! Die Oma hat doch gar keine Kuh, wo man draufdrücken
kann und es kommt was raus!"

Papa hatte das Eigelb auf seinem Brötchen mit einem vergnügten Lachen zur Kenntnis genommen und schaute
nach wie vor Mama strahlend an. Gerade so, als ob er auf etwas noch Lustigeres warten würde.

"Schnuffi", sagte Mama und sah ihre Tochter dabei liebevoll an, "Sahne macht man aus der Milch von
der Kuh. Man muss sie erst schlagen."

"Oh-oh", sagte Papa und hörte sich dabei ganz so an, als sei er einer der Teletubbies.

Mama schaute ihren Mann fragend an und sah dabei nicht, wie sich Angienettes Gesichtsausdruck verfinstert
und ihre Mundwinkel sich nach unten zogen.
"Ich esse nie, nie, NIE wieder Sahne", sagte sie dann leise mit gesenktem Kopf.

Papa strich Angienette mit der Hand über den Kopf und sagte in Richtung Mama:
"Weil du nicht möchtest, dass Oma die Kuh schlägt, oder?"

Angienette nickte.

Mama begann schallend zu lachen.

"Aber Schatz", sagte Papa, "die Kuh wird nicht geschlagen, nur die Milch, die von der Kuh kommt.
Dann lachte auch er. Mama hielt sich bereits den Bauch und lachte, dass ihr die Tränen in den Augen standen.
Das machte Mama immer wenn sie etwas sehr lustig fand. Und sie fand sehr Vieles sehr lustig.

Angienette besah sich ihre Eltern und stellte sich vor, wie herrlich das spritzen musste wenn man die Milch schlägt.
Das musste sie nächstes Mal bei Oma unbedingt auch mit ihrem Kakao probieren. Braune Sahne war bestimmt mindesten
so lecker wie Schokolade! Mama sagte manchmal, ihre Tochter käme auf Ideen, auf die sie selbst nie gekommen wäre.
Angienette freute sich immer sehr über dieses Kompliment und war dann sehr stolz auf sich.



 

"Wie kommt die Milch denn in die Kuh, Papa?", wollte Angienette nun doch wissen.

Papa schaute automatisch nach Mama, wie er das immer machte wenn er nachdenken sollte.
Mama war aber in der Küche. Also erklärte er seiner Tochter Schulter zuckend, dass Kühe nichts anderes als
Gras fressen und danach dann Milch aus dem Euter kommt. Angienette sah Papa an und kratze sich am Kopf.
Papa sah Angienette an und kratzte sich am Kopf.

"Aber Leo und Feli fressen doch auch Gras", wunderte sich Angienette.
"Hmmm...", machte Papa.
"Ich weiß, ich weiß! Leo und Feli haben keinen Beutel da unten dran, wo man die Milch raus zieht!"
"Euter, Schatz, du meinst Euter. Nicht Beutel. Kaninchen haben so etwas nicht."
"Und wenn wir der Mama Gras geben?"
"Die Mama rauch...", Papa hüstelte kurz, "die Mama isst kein Gras, das tun nur Tiere."
"Doch!", kam sofort Protest, "die Mama auch. Beim Frühstück!"
"Schatz, ich glaube, du meinst Schnittlauch. Das ist kein Gras."
"Och, schade..."

In diesem Moment klingelte es an der Haustür, gefolgt von einem grellen Schrei aus der Küche.
Angienette und Papa liefen beide los in Richtung Küche.
"Oh oh!", rief Papa beim ersten Blick durch die Küchentür.
"Mama!", rief Angie.

Da es zum zweiten Mal an der Haustür klingelte, ging Papa öffnen, Angienette starrte weiter fassungslos auf den
Schaum, der aus der Spülmaschine quoll. Mama hatte das Wasser bereits abgedreht und wartete nun darauf, dass
der Schaumfluss versiegte und sie die Tür der Spülmaschine öffnen konnte. Vom Schaum abgesehen, war der Boden
seifig vor Spülmittel. "Wie", presste Mama hervor und rang um Selbstbeherrschung, "wie... wer hat Spülmittel in
die Maschine getan? Wer von euch war das?"

Papa erschien wieder in der Küchentür und schaute Mama fragend an: "Entschuldige, Schatz, da ist ein Herr von
irgendeinem Werk und fragt, ob wir Seife oder Bürsten brauchen."
Mama schaute Papa verständnislos an: "Was ich jetzt hier brauche, sind Schrubber und Aufnehmer!"
Papa verschwand, um einen Moment später wieder in der Tür zu stehen: "Er fragt, ob es reicht wenn sie nächste Woche liefern?"
"Wer fragt?"
"Na, der Mann an der Tür. Du wolltest doch einen Schrubber, oder nicht?"
Mamas Blick wurde finster, ihre Augen verengten sich, der Mund wurde schmal. Papa hingegen schaute leicht verwirrt.
"Kris", begann Mama betont langsam, "wer immer da an der Tür ist, schick ihn weg. Dann gehst du in die Besenkammer und
holst Eimer, Schrubber und Aufnehmer. Hast du das verstanden?"
"Ich bin ja nicht blöd!", lachte Papa mit einem Grinsen, das leicht Anderes hätte vermuten lassen können.


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