Boje

Die rote Boje, wie alles im Fluss – letzter Stumpf im ausgehängten Unterkiefer eines zahnlosen Gebisses, Brotrinde aufgegeben in der Kindheit vom alten Dentisten, der betrunken
im Stuhl versank. Ich wundere mich im Rück-Zerrspiegel, seine austauschbare Hilfskomplizin in weißen Tennisschuhen, zu tief gebohrt, trieb ab, als sei nichts gewesen. Das war
die Zeit, Porsche auf der Nase und tiefer gelegt im Hof. Schnick, Schnack, Schnösel. Der Gedanken Strom, erneut, reißt ab wie Toilettenpapier, zweilagig, grau. Wasser,
gequirlt aus Kläranlagen, fließt und steht zugleich mir bis zum Hals, erstaunlich klar. So sehe ich mich, gespiegelt und gebrochen auf der Oberfläche und denke an sie,
die mir Freundin ist und parallel auch Frau. Ich warte nur noch darauf, dass sie auf einen Sprung vorbeikommt. Mein geträumter Nachmittag umspielt ihre
braunen Beine, bereits mit Luftschlangen verschnürt. Sie ist heute Chamäleon, ein Einweg-Handschuh, meerrettichfarben.
In Wellen schwanken wir immer wieder, unkontrollierbar, ich halte mich an ihr fest mit allen Gliedern
bis zur Kettenreaktion. Beim Urologen später steht meine Zeit auf Punkt 12. Aszendent rektal.
Sie verkauft gemahlene Milchzähne als Pulver, fragt mich, ob ich flüssig bin.